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event:

2015 Sommer-Tagung | Zehntscheuer

date:

24-26.04.2015

city:

Leinfelden-Echterdingen

address:

Zehntscheuer, Maiergasse 8, 70771 Leinfelden-Echterdingen

Freitag, 24.4.

16.00 - 18.00 Mitgliederversammlung (nicht öffentlich) in der Zehntscheuer, Maiergasse 8, LE-Echterdingen.

Samstag, 25.4.

10.00 - 10.15 Begrüßung

10.15 - 11.00 Dirk Gebhardt "Playlife"

11.00 - 11.45 Kirill Golovchenko "Bitter Honeydew"

11.45 - 12.30 Oliver Hartung "The Arabian Monument und Syria Al-Assad"

12.30 - 13.30 Mittagspause

13.30 - 14.15 Richard Reisen, Verlag Kettler

14.15 - 15.00 Sandra Stein "Keine Ahnung"

15.00 - 15.15 Kaffeepause

15.15 - 16.00 Olaf Unverzart "Noch im Rahmen"

16.00 - 16.30 Wolfgang Gscheidle "Meine Gruppenfotos - inszenierte Erinnerungen"

18.00 - 19.30 Preisverleihung und Vernissage "David-Octavius-Hill-Medaille und Kunstpreis der Stadt Leinfelden-Echterdingen 2015 an Viviane Sassen"

Begrüßung: Alexander Ludwig, Kulturbürgermeister der Stadt Leinfelden-Echterdingen und Ingo Taubhorn, Präsident der Deutschen Fotografischen Akademie

Laudatio: Celina Lunsford, Präsidium der Deutschen Fotografischen Akademie

Musik: Bakary Koné + Okas Sylla

Stadtarchiv Leinfelden-Echterdingen, Schönaicher Sträßle 419.30Viviane Sassen, Vernissage Teil 2

Galerie Altes Rathaus Musberg, Filderstraße 44, LE-Musberg

Sonntag, 26.4.

10.00 - 10.15 Begrüßung

10.15 - 11.15 Katharina Mayer "The Best 4: Vorstellung ihrer Student/Innen Christine Eckhardt, Jule Companie, Tobias Vorwerk und Daniel Wagner"

11.15 - 12.00 Maria Bayer "Danube Revisited: The Inge Morath Truck Project"

12.00 - 13.00 Mittagspause

13.00 - 13.45 Anastasia Khoroshilova "Die Übrigen"

13.45 - 14.30 Camille Bonnefoi "The Photographic Thickness"

14.30 - 14.45 Kaffeepause

14.45 - 15.30 Petra Böttcher "Das dritte Auge – oder weiß der Teufel, was da oben alles rumfliegt"

Kurzbeschreibungen der Präsentationen:

Viviane Sassen | Pikin Slee

Viviane Sassen (Amsterdam) erhält die David-Octavius-Hill-Medaille der Deutschen Fotografischen Akademie, verbunden mit dem Kunstpreis 2015 der Stadt Leinfelden-Echterdingen. Die Niederländische Fotografin Viviane Sassen ist eine der meist beachteten Fotokünstlerinnen der letzten Jahre. Nach etlichen preisgekrönten Buch-Publikationen und Ausstellungen von internationalem Rang wird sie am 25. April 2015 die renommierte David-Octavius-Hill-Medaille der DFA sowie den Kunstpreis der Stadt Leinfelden-Echterdingen entgegennehmen. Parallel dazu wird eine Ausstellung ihres aktuellen Projektes „Pikin Slee“ in der Galerie Altes Rathaus Musberg sowie im Stadtarchiv zu sehen sein.

Viviane Sassen studierte Modedesign, Kunst und Fotografie in Arnhem und Utrecht. Seit 1992 arbeitet sie als Fotografin mit den Schwerpunkten Mode-­ und künstlerische Fotografie – wobei ein besonderer Reiz ihres Werkes darin besteht, solche Genregrenzen mühelos zu überschreiten. Mit oft sehr einfachen Mitteln wie Spiegeln, Farbfolien und Bilddrehungen schafft Viviane Sassen eindringliche Verfremdungen und prägnante Kompositionen. Ihre Arbeiten werden in führenden Magazinen gedruckt und weltweit in Museen wie dem Rijksmuseum Amsterdam, der Kunsthalle Wien, der Staatsgalerie Stuttgart und dem Museum of Modern Art in New York gezeigt.

Ausstellungsdauer: 26. April bis 17. Mai 2015

Vernissage und Preisverleihung: Samstag, 25. April 2015, 18 Uhr, Stadtarchiv Leinfelden-Echterdingen, Schönaicher Sträßle 4

Vernissage II: Samstag, 25. April 2015, 19:30 Uhr — Galerie Altes Rathaus Musberg Filderstr. 44 in Leinfelden-Echterdingen

Öffnungszeiten: Samstag 16-18 Uhr, So 11-13 Uhr

Viviane Sassen, Pikin Slee, Song of Time, 2013
"Pikin Slee" © Vivane Sassen

Sandra Stein | Keine Ahnung

Die Zeit des Erwachsenwerdens ist eine Zeit der Grenzerfahrung und des Spiels mit Identitäten. Durch die eigene Positionierung im Spannungsfeld mit unserer Umgebung entwickeln wir so ein Gefühl für unser Selbst, für unseren eigenen Standpunkt. Dieser Prozess ist beunruhigend, aufregend, manchmal überwältigend und immer zutiefst beeindruckend: Was wir in dieser Zeit erleben, prägt unser Leben als Erwachsener.

Das Projekt “Keine Ahnung” der Fotografin Sandra Stein umfasst bereits mehr als 10 Jahre. In dieser Zeit hat Stein Mädchen auf ihrem Weg der Erwachsenwerdung begleitet, mit ihren Portraits immer wieder Stationen der Transformation dieser Mädchen während ihrer Entwicklung von Kindern zu jungen Erwachsenen dokumentiert und festgehalten.

Indem sie eine klärende Distanz wahrt, gelingt Stein eine ehrliche und unverstellte Repräsentation der Mädchen, die unbehindert von der Wahrnehmung sozialer Unterschiede stattdessen die Gemeinsamkeiten der emotionalen Erfahrungen der Mädchen betont, während sie gleichzeitig auf poetische Weise die Einzigartigkeit jedes Mädchens einfängt.

Irgendwo zwischen Stolz und Verlegenheit eröffnet sich eine gemeinsame Ebene, die den Betrachter mit den Mädchen verbindet, indem ihr direkter Blick in die Kamera zum Fenster zu unserer eigenen emotionalen Vergangenheit wird.

Das vorliegende Buch „Keine Ahnung“ präsentiert einen Auszug aus diesem Projekt.

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© Sandra Stein

Kirill Golovchenko | Bitter Honeydew

An den Fernstraßen in der Ukraine entstehen in den Sommermonaten Märkte, die zumeist aus vereinzelt platzierten, einfachen Ständen bestehen, an denen Gemüse und Obst verkauft wird. Die Verkäufer bleiben dort mitunter die ganze Nacht, viele haben sich dafür in Zelten und kleinen Bretterhütten häusliche eingerichtet, oder sie leben mit ihren Familien in Wohnanhängern. Ihre Nachtarbeit ist das Thema des Fotografen Kirill Golovchenko.

Nicht nur Einheimische bauen ihre Stände am Straßenrand auf. Während der warmen Jahreszeit zieht es die Menschen aus anderen Ländern wie: Weißrussland, Moldawien, Aserbaidschan, Georgien und Armenien, hier her. Sie alle bringen verschiedene Bräuche und Traditionen mit und so entsteht ein Mikrokosmos, in dem die unterschiedlichsten Menschen eines eint: Sie wollen Geld verdienen, um einen besseren Lebensstandard zu erreichen, oder um einfach dem Hunger zu entkommen. In emphatischen Porträts dokumentiert Bitter Honeydew, 2013 mit dem Abisag-Tüllmann-Preis ausgezeichnet, den harten Überlebenskampf der Straßenhändler.

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© Kirill Golovchenko

Dirk Gebhardt | Playlife

Partisanen, Blockfreie, Kriegsgegner, Flüchtlinge, Beitrittskandidaten sind nur einige Begriffe mit denen die Menschen des westlichen Balkans seit dem 2. Weltkrieg bezeichnet wurden. In den letzten zwanzig Jahren, seit dem Zusammenbruch des Vielvölkerstaates Jugoslawien wurden die Bewohner in neue gesellschaftliche, soziale und ökonomische Zusammenhänge gezwungen. Der sozialistische Einheitsstaat Jugoslawien zerfiel in 7 Staaten. Identitäten gingen verloren, Nationen wurden neu geschaffen und gleich wieder in Frage gestellt, um durch eine europäische Vision ersetzt zu werden. Nationale, kulturelle Identitäten definieren sich zum einen über die Muttersprache zum anderen über die Eigenheiten der städtischen Architektur und der regionalen Traditionen. Die Menschen in der Region changieren zwischen der traditionellen, nationalen Kulturund einem globalisierten, europäischen Wertesystem. Der fotografische Essay „PlayLife“ beschäftigt sich mit den Auswirkungen dieser schnellen, wechselhaften Veränderungen in allen menschlichen Lebensbereichen.

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© Dirk Gebhardt

Oliver Hartung | The Arabian Monument und Syria Al-Assad

Oliver Hartung hat Kunst in Stuttgart, Glasgow und London studiert, als Freelancer für die New York Times gearbeitet und bis 2013 künstlerische Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig unterrichtet. 2014 gewann er die Portfolio Review in Düsseldorf, aktuell ist er Stipendiat der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

Seit acht Jahren arbeitet er an einem Langzeitprojekt über den Mittleren Osten, die ersten zwei Bücher dazu, “The Arabian Monument” und “Syria Al-Assad” erschienen 2012 und 2014. Seit 2011 konzentriert er sich in seiner Arbeit auf den Iran.

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© Oliver Hartung

Olaf Unverzart | Noch im Rahmen

In "Noch im Rahmen" zeigt der Münchner Fotokünstler Bilder aus seinem fotografischen Schaffen. In seinem Werk spielt das Medium Fotobuch eine wichtige Rolle. Der Titel deutet an, dass auch er sich in Rubriken und Schubladen befindet, die man möglichst schnell wieder verlassen sollte. Die alte fotografische Weisheit "in Bewegung bleiben" gilt im besten Fall nicht nur für den Körper.

Olaf Unverzart, geboren 1972 in Bayern, ist Fotograf und Künstler. Gerade erschien sein sechstes Buch ALP bei Prestel, welches eine 12jährige fotografische Auseinandersetzung mit den Alpen zeigt. Unverzart veröffentlichte in den renomierten deutschen Magazinen und ist Mitarbeiter der Zeitschrift Rouleur. 2009 war er Bildkolumnist im ZeitMagazin.

Studium der Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Seit 1998 Ausstellungen im In- und Ausland. Lehraufträge an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg und am Mozarteum Salzburg. 2014 erhielt er das Villa Massimo/ Casa Baldi Stipendium in Rom. Unverzart lebt und arbeitet in München.

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© Olaf Unverzart

Anastasia Khoroshilova | Die Übrigen

Anastasia Khoroshilova hinterfragt mit ihrer Arbeit die Mechanismen der Erinnerungen und der realen Ereignisse, den medialen Umgang mit diesen und deren Vergänglichkeit. Ein grundlegender Element der Arbeit ist die visuelle Analyse sozialer Topografie der Gesellschaft, deren unterschiedliche Vertreter zu den Protagonisten der Projekte werden. Die Künstlerin arbeitet in den Medien Fotografie und Installation.

Anastasia Khoroshilova studierte Fotografie and der Universität Duisburg-Essen. Sie ist die Trägerin des Ellen-Auerbach-Stipendiums der Akademie der Künste, Berlin (2010). Khoroshilovas Arbeiten wurden in den Einzelausstellungen im Russischen Museum / Stiftung Ludwig, St. Petersburg (2006), in dem Parallelprogramm der Biennale von Venedig (2011) und in dem Maison Européenne de la Photographie in Paris (2014) gezeigt. Ihr letztes Projekt „Die Übrigen“ (in Kooperation mit der Autorin Annabel von Gemmingen) ist als Buch 2015 bei Hatje Cantz erschienen.

Neben der eigenen künstlerischen Tätigkeit lehrt die Fotografin an der Rodchenko Moscow School of Photography and Multimedia.

Anastasia Khoroshilova stellt Projekte aus den letzten vier Jahren vor.

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© Anastasia Khoroshilova

Maria Bayer | Danube Revisited: The Inge Morath Truck Project

„Danube Revisited: The Inge Morath Truck Project“ war eine Wanderausstellung in einem 7,5-Tonner an der Donau entlang. Im Truck wurde die Arbeit von Inge Morath ausgestellt. Die Magnum-Fotografin hatte vor und nach dem Fall des Eisernen Vorhangs das Leben an der Donau dokumentiert. Auf dem Weg sind neue fotografische Arbeiten von den Preisträgerinnen des Inge-Morath-Awards entstanden. Das sind unter anderem Olivia Arthur, Lurdes R. Basolí, Claire Martin und Emily Schiffer.

Die Reise begann an der Quelle der Donau und endete sechs Wochen später am schwarzen Meer. Auf dem Weg machte das Team Station in 17 Städten. Vor Ort wurde mit Galerien kooperiert. Das waren zum Beispiel in Regensburg das Kunstforum Ostdeutsche Galerie, in Wien die Westlicht Galerie und in Budapest das Robert-Capa-Center. Das Team bestand aus 8 Fotografinnen, die zeitweise von ihren Familien begleitet wurden, einem Filmteam, einem Journalisten, einer Babysitterin, einer LKW-Fahrerin, 5 Stipendiatinnen, einer Content Managerin und mir.

Ich habe das Team während der Reise koordiniert und habe das Projekt ein Jahr im voraus organisiert, habe die Kontakte zu den Galerien hergestellt, mir die Route überlegt, mich während der Reise um die Finanzen und um die Presse gekümmert. Ich bin selbst Fotografin und habe diesen Job über Olivia Arthur bekommen, für die ich während meines Studiums als Assistentin gearbeitet hatte.

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© Maria Bayer

Petra Böttcher | Das dritte Auge – oder weiß der Teufel, was da oben alles rumfliegt

Ein Selbstgespräch (Auszug)

Petra Böttcher fragt: „Sie führen Selbstgespräche? Das hätte ich nicht gedacht.”

pb antwortet: „Ja, das klingt merkwürdig, aber ich kann dadurch spontan und persönlich erzählen und das ist wichtig, damit Gedachtes und Erlebtes nicht verloren gehen.

pb fragt: „Was wollen Sie vorstellen?”

pb antwortet: „Z.B. Fotos aus der Serie: „Das dritte Auge oder weiß der Teufel, was da oben alles rumfliegt”. Diese Serie ist etwas bizarr. Das dritte Auge existiert in unterschiedlichen Religionen und in der Esoterik als eine zusätzliche Wahrnehmungsfähigkeit. Ursprünglichen Wirbeltieren dient es zur Wahrnehmung von Helligkeit. Helligkeit wahrnehmen... gesteigerte Wahrnehmungsfähigkeit... Die Idee gefällt mir.“

pb sagt: „Fotos von Wolken sind doch kitschig!”

pb antwortet: „Ich mag die ungewöhnliche Sicht über den Wolken. Wolken lassen träumen und albträumen.”

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© Petra Böttcher

Camille Bonnefoi | The Photographic Thickness

Since the origins of photography, the question of its ontology and perhaps more than its ontology, its duty, is a central argument inside the photographic theory. The question of its purpose, its limits and its process is often the real subject of the image because photography resists to be defined.

In my personal work, I develop the question of the photographic thickness through two principal themes: the link between the image and its medium and the duration of the photographic time. It is the moment to revisit the origins of photography because a lot of the plastic capacity of this medium has perhaps been forgotten.

Photography is not as flat as we can hear about it: it has a special materiality and ancient techniques permit to rediscover something that has been practice during the 19th century. Through different movements like pictorialism, subjectiv Fotografie or photo pauvera we can see how hard the link is between the techniques and the image and how the photography can show its proper thickness.

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© Camille Bonnefoi

Wolfgang Gscheidle | Meine Gruppenfotos - inszenierte Erinnerungen

Als Stillifefotograf reizt mich die Inszenierung der Dinge aber auch die Inszenierung von Gruppenfotos. Mit diesem Vortrag möchte ich die DFA-Mitglieder dafür begeistern, bei meinen DFA-Gruppenfotos mitzumachen.

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© Wolfgang Gscheidle

Katharina Mayer | The Best 4

Katharina Mayer stellt ihre besten 4 Studierenden im Hauptfach Fotografie an der BTK Iserlohn vor. Sie sind unterwegs auf den Gebieten Modefotografie, soziale Reportage und freie Dokumentation.

Christine Eckhardt

Jule Companie

Tobias Vorwerk

Daniel Wagner

The best 4, weil sie im dritten und fünften Semester verstanden haben, dass sie im Studium nur bekommen können, was sie selbst schon in sich tragen. Diese Entdeckung kennen wir alle, die wir kreativ arbeiten. Wir freuen uns auf konstruktive Kritik und Anregungen für die Zukunft.

Abbildung: Daniel Wagner, Copsaint

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