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event:

2017 Sommer-Tagung | Zehntscheuer

date:

28-30.04.2017

city:

Leinfelden-Echterdingen

address:

Zehntscheuer, Maiergasse 8, 70771 Leinfelden-Echterdingen.

2017 Sommer-Tagung | Zehntscheuer, Leinfelden-Echterdingen

Hier finden Sie das Programm der Tagung und Kurzbeschreibungen der Präsentationen. Die Präsentationen finden regulär in deutscher Sprache statt. Für alle, die nicht anwesend sein können, gibt es den Livestream unserer Facebook-Seite und nach der Tagung ausgewählte Mitschnitte im Livestream-Archiv am Ende dieses Postes.

Programm

Freitag, 28.4.

16.00 - 18.00 Mitgliederversammlung (nicht öffentlich) in der Zehntscheuer, Maiergasse 8, LE-Echterdingen.

Samstag, 29.4.

10.00 - 10.15 Begrüßung durch Ingo Taubhorn, Präsident der DFA

10.15 - 11.00 Marc Junghans "Omnia Mea Mecum Porto"

11.00 - 11.45 Alex Heide "Fotografie als performatives Annähern"

11.45 - 12.30 Torsten Schumann "More Cars, Clothes and Cabbages"

12.30 - 13.30 Mittagspause

13.30 - 14.15 Ruth Stoltenberg "Objekt 1" und "Schengen"

14.15 - 15.00 Dieter Seitz "Urban Nomads - The Kazakhstan Project"

15.00 - 15.45 Kai Loges + Andreas Langen "NEBENAN, Die Nachbarschaften der Lager Auschwitz I-III"

15.45 - 16.15 Kaffeepause

16.15 - 17.00 Amin El Dib "Under Skies of Blue and Grey"

17.00 - 17.45 Ferit Kuyas "vfg Nachwuchsförderpreis für Fotografie"

19.00 UNO ART SPACE, Ute Noll, Liststr. 27, 70180 Stuttgart
Ausstellung vfg Nachwuchsförderpreis für Fotografie
"Privat View" für die Besucher*innen der DFA Tagung

Sonntag, 30.4.

10.00 - 10.15 Begrüßung durch Ingo Taubhorn, Präsident der DFA

10.15 - 11.00 Peter Loewy

11.00 - 11.45 Wolfgang Zurborn "Alternative Formen der fotografischen Lehre I - Die Lichtblick School Köln"

11.45 - 12.30 Celina Lunsford "Alternative Formen der fotografischen Lehre II - FFF Akademie, Fotografie Forums Frankfurt"

12.30 - 13.30 Mittagspause

13.30 - 14.15 Daniela Baumann "Forschung, Interpretation, Vermittlung: The Walther Collection"

14.15 - 15.00 Eva-Maria Lopez "Wohnzimmergrün"

15.00 - 15.15 Kaffeepause

15.15 - 16.00 Simone Demandt "Plant Models"

16.00 Ende der Tagung

Kurzbeschreibungen der Präsentationen:

Ferit Kuyas | vfg Nachwuchsförderpreis für Fotografie

Der vfg Nachwuchsförderpreis für Fotografie hat zum Ziel, jährlich zehn herausragende Arbeiten des jungen fotografischen Schaffens in der Schweiz zu zeigen; er versteht sich als Starthilfe für talentierte, in der Schweiz lebende Nachwuchsfotograf*innen.

Preisgeld, attraktive Sachpreise, Ausstellungen und Rahmenveranstaltungen sind alljährlich Motivation für alle Teilnehmenden. Nicht zuletzt werden die zehn besten Arbeiten in einem anspruchsvoll gestalteten Katalog präsentiert, der den zehn Finalisten eine nachhaltige Referenz für das eigene Schaffen zur Verfügung stellt.

Darüber hinaus finden zusätzlich zu den Ausstellungen auch Veranstaltungen statt, die als Plattform der Diskussion und Auseinandersetzung zwischen den jungen Fotograf*innen und dem interessierten Publikum dienen. Dabei wird auch eine verstärkte Zusammenarbeit und Kooperation mit Personen und Gremien aller Landesteile der Schweiz angestrebt.

Die Präsentation als Facebook-Video: Bitte hier klicken.

Die Präsentation als YouTube-Video: Bitte hier klicken.

Ausstellung mit Arbeiten des Nachwuchsförderpreises im Uno Art Space, Ute Noll, Liststr. 27, 70180 Stuttgart
"Privat View" für die Besucher/Innen der DFA Tagung am Samstag, 29.4.2017, 19 Uhr

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v.l.o.n.r.u.: "Pangaea" © Sara de Campos, "Things that scared me on my way back home" © Nico Müller, "Der die das Brot" © Evan Ruetsch, "Les Sabots de Vénus" © Florian Luthi, "Tesverlekh" © Kostas Maros

Daniela Baumann | Forschung, Interpretation, Vermittlung: The Walther Collection

"The Walther Collection" ist eine internationale Privatsammlung mit Ausstellungstandorten in New York und Neu-Ulm, Deutschland, die sich auf das Erforschen, Sammeln, Ausstellen und Publizieren moderner und zeitgenössischer Fotografie und Videokunst konzentriert. Den Grundstein der Sammlung bildeten Arbeiten deutscher Fotografen der Neuen Sachlichkeit aus den 1920er Jahren, in den letzten zehn Jahren ist die Sammlung aber über die traditionellen Kreise der europäischen und amerikanischen Fotografie hinausgewachsen. Heute ist "The Walther Collection" eine der wichtigsten Privatsammlungen zeitgenössischer Fotografie aus Afrika und Asien und erforscht kontinuierlich die Arbeiten von Künstlern dieser Kontinente.

Sammlungsleiterin Daniela Baumann spricht über die Arbeitsweise und das Programm von "The Walther Collection", sowie das Anliegen der Sammlung, Verbindungen zwischen verschiedenen ästhetischen Praktiken, formalen Strategien, kulturellen Räumen und historischen Momenten herzustellen.

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White House © Florian Holzherr, Courtesy The Walther Collection

Celina Lunsford | Alternative Formen der fotografischen Lehre: FFF Akademie

Mit einem abwechslungsreichen Programm startet die Akademie des Fotografie Forum Frankfurt (FFF) in ihr zehntes Jahr. Allein 30 Workshops und Vorträge vermitteln aktuelle Positionen und individuelle Fragestellungen der Gegenwartsfotografie. Renommierte Fotografen und Künstler bringen dazu ihre Expertise in Theorie und Praxis ein.

Das Programm der FFF Akademie wendet sich an Fotografen, Studenten, Sammler, Kulturwissenschaftler und andere Fotografie-Interessierte. Ziel der Akademieveranstaltungen ist es, den Teilnehmern neue Perspektiven in der Fotografie zu eröffnen und sie zu eigenen Arbeiten anzuregen. Insbesondere die Workshops setzen auf den praxisorientierten Dialog mit den Teilnehmern: Die Dozenten, allesamt hochkarätige internationale Fotografen und Künstler, darunter die US-Fotografen Ann Mandelbaum, Pep Bonet, Stanley Greene und die deutschen Fotografen Olaf Otto Becker, Thekla Ehling, Heinrich Völkel, Markus Schaden und Wolfgang Zurborn diskutieren Portfolios und Arbeiten der Teilnehmer und entwickeln gemeinsam mit ihnen Ideen und Konzepte für fotografische Projekte.

Mit FFF Junior bietet das Fotografie Forum Frankfurt zusätzlich ein besonderes Programm zur Kunstvermittlung für Kinder und Jugendliche. Es umfasst viertägige Fotografie-Workshops in den Ferien für Frankfurter Kindertagesstätten, Schulen und Bildungseinrichtungen sowie ganzjährig kunstpädagogische Führungen durch die Ausstellungen des Fotografie Forum Frankfurt für Jugendgruppen und Schulklassen.

Webseite FFF Akademie

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© FFF Akademie

Wolfgang Zurborn | Alternative Formen der fotografischen Lehre: Lichtblick School Köln

Die 30-jährige Erfahrung bei der Zusammenarbeit mit internationalen Fotokünstler*innen im Rahmen der Organisation von Ausstellungen in der Galerie Lichtblick hat den Blick von Wolfgang Zurborn und Tina Schelhorn auf die vielfältigen Ausdrucksformen dieses Mediums geschärft. Dies befähigt sie, sehr individuell auf die Interessen der Teilnehmer*innen in den Workshops und langfristigen Seminaren der Lichtblick School einzugehen. Zusammen mit den Dozent*innen Markus Schaden, Frederic Lezmi, Thekla Ehling, Birte Kaufmann und vielen internationalen Gastdozent*innen werden Kurse zu vielfältigen Themengebieten und mit sehr unterschiedlichen stilistischen Herangehensweisen angeboten.

Das Angebot richtet sich an alle, die fasziniert sind von der Möglichkeit, mit der Fotografie eine ganz persönliche Bildsprache zu entwickeln. Dabei sind Amateure genauso angesprochen wie künstlerisch und angewandt arbeitende professionelle Fotograf*innen. Jeder wird dort abgeholt, wo er/sie steht und mit intensiven Bildbesprechungen angeleitet, konsequent die eigenen Fähigkeiten und Interessen zu fokussieren. Dabei ist die Devise „Listen to the Photographs“. Es geht nicht darum, mit Fotografien Konzepte zu bebildern, sondern die eigenen Bilder als komplexe Ausdrucksformen einer subjektiven Wahrnehmung von Welt verstehen zu lernen, um daraus überzeugende Bildserien, Ausstellungen oder Publikationen entstehen zu lassen. Speziell die Ausarbeitung von überzeugenden Buchentwürfen ist ein Schwerpunkt des Ausbildungsangebotes.

Webseite Lichtblick School

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© Lichtblick School

Torsten Schumann | More Cars, Clothes and Cabbages

Torsten Schumann schenkt seine Aufmerksamkeit den alltäglichen Situationen im urbanen Raum sowie Dingen, die gewöhnlich erscheinen und dennoch Fragen nach ihrem Sinn und ihrer Entstehung aufwerfen. Oft bleiben diese Objekte jedoch rätselhaft und entwickeln dadurch ein Eigenleben. Durch die klare Farbkomposition und das Herauslösen von Personen und Dingen aus ihrem Kontext entsteht ein Gefühl von Einsamkeit und Unwirklichkeit.

Neben Arbeiten aus seinem neuen Buch "More Cars, Clothes and Cabbages" (Peperoni Books) präsentiert Torsten Schumann auch die monochromen Fotografien seiner nächtlichen Serie "Off Keel", in welcher eine rauhere, chaotischere Grundschwingung zu spüren ist. Beiden Arbeiten gemein sind Bilder voller absurder Momente und Ironie.

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© Torsten Schumann

Ruth Stoltenberg | "Objekt I" und "Schengen"

Die beiden Projekte „Objekt I“ und „Schengen“ zeigen Fotografien historisch geprägter Orte, die mich sehr bewegt haben. Über einen Zeitraum von je ca. 2 Jahren habe ich diese Orte immer wieder aufgesucht, mit Menschen über ihre unterschiedlichen Erfahrungen an diesen Stätten gesprochen und schließlich das Buchformat als ideales Ausdrucksmittel (meiner künstlerischen Auseinandersetzung) gefunden.

„Objekt I“ zeigt das Stasigefängnis und Haftkrankenhaus Berlin-Hohenschönhausen, wo zu Zeiten der DDR-Diktatur politisch Inhaftierte den unmenschlichen Foltermethoden des Stasiregimes ausgesetzt waren. Es war für mich eine große Herausforderung, dieses Unrecht sichtbar zu machen.

Das Projekt „Schengen“ führte mich in meine alte Heimat, die Dörfer im Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Luxemburg. Hier, im luxemburgischen Winzerdorf Schengen, wurde 1985 das Abkommen über die innereuropäische Grenzöffnung unterzeichnet. Mich interessierte, welchen Einfluss dies nach 30 Jahren auf die Menschen der drei Nationen und ihre Lebensweisen ausgeübt hat. Bei der Suche nach kulturellen und nationalen Identitäten jenseits der ehemaligen Grenzen ging es mir dabei weniger um die großen Merkmale als vielmehr um die kleinen Dinge des Alltags.

Die Präsentation als Facebook-Video: Teil I, Teil II

Die Präsentation als YouTube-Video: Teil I, Teil II

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© Ruth Stoltenberg

Kai Loges + Andreas Langen (die arge lola) | Nebenan - Die Nachbarschaften der Lager Auschwitz I-III

Eine Bild-Text-Recherche. Auschwitz ist ein vielfach ausgeleuchteter Ort, seit Jahrzehnten erforscht, von Millionen Besuchern jedes Jahr besichtigt. Trotzdem existiert direkt neben den Lagern eine fast unbekannte Sphäre: Die alltägliche Heimat von Menschen, die aus historischer und biografischer Fügung zu Nachbarn der Schreckensorte geworden sind.

Loges und Langen untersuchen diese Zonen mit Unterstützung eines Stipendiums des Kulturwerks der VG Bild-Kunst seit 2015. Auf bislang sechs Reisen haben sie einen großen Fundus aus Bildern und Texten zusammengetragen - dokumentarische Aufnahmen von Schauplätzen und Personen, ergänzt durch präzise, den Kontext erläuternde Texte.

Die Kombination von Text und Bild ergibt eine Reflexion über den historischen Ort Auschwitz und die weiter reichenden Fragen, die er aufwirft: Wie lebt ein Gemeinwesen im Schatten historischer Traumata? Wie verhalten sich individuelles und kollektives Gedächtnis zueinander? Welche konkreten Biografien erwachsen aus dem Zufall, in eine extreme Gewaltgeschichte verwickelt zu werden? Und nicht zuletzt: Was ist das, der Geist des Ortes, bzw.: Gibt es ihn überhaupt?

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© die arge lola

Dieter Seitz | Urban Nomads - The Kazakhstan Project

Der Fotoessay "Urban Nomads" reflektiert das kulturelle und gesellschaftliche Szenario Kasachstans. Im Mittelpunkt steht die Situation eines Landes nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und an der geopolitischen Schnittstelle zwischen Europa und Asien. Drei große kulturelle Strömungen wirken hier zusammen: Die revitalisierte, traditionell-kasachische Volks- und Nomadenkultur, das Kulturerbe der sowjetisch-sozialistischen Ära und schließlich die starken Kultureinflüsse der westlich-kapitalistischen Moderne. Interessant ist dabei vor allem, wie sich diese drei "Kulturströme" trotz aller Gegensätzlichkeiten weiterhin mischen und Neues hervorbringen, beispielsweise in der Architektur, in Wohnformen und der Gestaltung des öffentlichen Raumes, in Symbolen, Ritualen und im Habitus der Menschen.

Das fotografische Konzept fokussiert und interpretiert Alltagsphänomene, in welchen typische Momente dieser Entwicklung ihren Ausdruck finden. "Urban Nomads" erzählen die Geschichte der Entstehung einer neuen kulturellen Topographie, die sich im Zuge der gesellschaftlichen Transformation Kasachstans herausbildet.

Die Arbeit wird Mitte dieses Jahres als Buch veröffentlicht. Damit schließt Dieter Seitz sein zwischen 2009 und 2016 realisiertes, mit Ausstellungen vor Ort verbundenes Kazakhstan Project ab.

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© Dieter Seitz

Eva-Maria Lopez | Wohnzimmergrün

Serie über den grünen Widerschein an den Wohnzimmern vom Rasen bei den Fussballspielen der LED -TV's.

Die Pirsch auf die grünen Fenster begann mit der EM 2012 in Deutschland und Paris. Während wichtiger Spiele herrscht in den Straßen eine besondere Atmosphäre. Die Städte sind meist wie ausgestorben. Viele Fenster leuchten grün, es ist, wie wenn sich der Rasen der Fussballstadien durch das Kabel in die Wohnzimmer unzählbar vervielfältigt. Die unterschiedlichen Stadtteile sind ein Querschnitt der Gebäude und der Gesellschaftsschichten, die beim Fußballschauen wiederum durchs Grün miteinander verbunden sind.

Das Thema Fussball wird anders beleuchtet - keine Spielszenen, begeisterte Fans, Public Viewing, sondern nur der distanzierte Blick auf ein dramatisches Geschehen. Ein faszinierender Kontrast zwischen der Farbe der Hoffnung auf den stillen Fassaden und den möglichen Abgründen, die sich hinter WOHNZIMMERGRÜN auftun.

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© Eva-Maria Lopez

Alex Heide | Fotografie als performatives Annähern

Die Fragen, die ich mir stelle, lauten nicht mehr »Was fotografiere ich?« oder »Was gebe ich Preis?«, sondern vor allem »Was mache ich mit der Fotografie?« und »Wie nutze und zeige ich sie?«. Meinen visuellen Beschäftigungen liegen kommunikative und immer wieder auch performative Formen zugrunde. Berühren, Begegnen, Konfrontieren, Auseinandersetzen, Begehren, Erdenken und Wiederholen sind für mich Handlungsweisen um fotografische Bilder zu generieren, aber auch zu imaginieren. Privatleben und zwischenmenschliche Strukturen sind mein Ausgangspunkt, um Kommunikation mit und durch Fotografie zu untersuchen. Handeln am und mit dem eigenen Körper, Begegnen mit und durch den Apparat.

Den Moment des Auslösens empfinde ich als Impuls gebendes oder unterbrechendes Moment in einer Situation, mit der ich weitestgehend intuitiv und stets unmittelbar umgehe. Oft rotiert die Kamera zwischen den Beteiligten. Blickwechsel. Schusswechsel. Arbeit im gemeinsamen Erleben und gemeinsamer Konfrontation. In der Dunkelkammer potenziert sich die Begegnung im materiellen Übersetzen – durch Experimente, Unfälle, Intuition, Imagination, Agieren und Reagieren, durch Sichtbar- und Erfahrbarmachen des fotografischen Materials stelle ich Unmittelbarkeit und Nähe sowohl dar wie her.

Meine Präsentationen einer Vielzahl sich überlappender, Wand-füllender Bildkonglomerate konfrontieren die Betrachter. Sie fordern ein körperliches Sehen und Verhalten durch Annäherung, Blickwechsel oder Zurücktreten, um den Zustand der Nähe aus der Distanz erfahren zu können.

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© Alex Heide

Marc Junghans | Omnia Mea Mecum Porto

"Als ich mich der Fotografie widmete, war es mein Wunsch, sie als Kunst anerkannt zu sehen. Heute würde ich für dieses Ziel keinen Pfifferling geben. Die Aufgabe des Fotografen ist es, den Menschen dem Menschen zu erklären und ihm zur Selbsterkenntnis zu verhelfen." Edward Steichen

Die Suche nach der eigenen Identität, nach dem „wer bin ich“ ist ein zentrales Thema der Arbeiten von Marc Junghans. Dabei möchte er auch stets den Betracher einladen, das Bild/die Fotografie als Spiegel zu verstehen. Nicht so sehr das Abgebildete selbst ist ihm wichtig, vielmehr sollen die beim Betrachter entstehenden Gedanken und Gefühle als Gerüst zum Bewusstwerden des eigenen Ich dienen.

"Wahrnehmung von Bildern ist eine Angelegenheit der Emotionen." Die Emotion ist ein biologischer Prozess, der durch die bewusste und/oder unbewusste Wahrnehmung eines Objekts oder einer Situation ausgelöst wird. Die aus einer Emotion folgende Interpretation eines Bildes wird zum „Gefühl“ und damit zu unserer ganz persönlichen, subjektiven Wahrheit - unserer Realität – unserem Ich.

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© Marc Junghans

Simone Demandt | Plant Models

30-teilig, Pigmentdrucke auf Papier, 112 x 80 cm, 2015

Die Werkgruppe Plant Models zeigt überkommene, materielle Pflanzenmodelle, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts bis weit ins 20. Jahrhundert eine probate Möglichkeit der wissenschaftlichen Aneignung darstellten und als universitäre Lehrmittel die Tektonik der Pflanzen veranschaulichen sollten.

Im Dienste der Lehre waren sie als stofflich-haptische und zerlegbare Anschauungsmodelle konzipiert. Blüten, Samenkapseln, Staubstempel, Blattschnitte etc. haben den Flair von echten Pflanzen. Besonders die alten Modelle tragen den Charme der handwerklichen Ungenauigkeiten, die sich bei der Transformation der realen Pflanzenvorlage zum Modell eingeschlichen haben sowie die Spuren des Lehrbetriebs.

Diese Artefakte bestechen als Phänomen und Zeichen: Merkwürdig aufgespießt auf schwarzen, gedrechselten Holzständern erscheinen sie in ihrer Eleganz und Detailliebe fast unheimlich und scheinen die Fremdheit der Pflanzenwelt zu unterstreichen. Meine Serie doppelt den Zeigemodus, der den Modellen innewohnt.

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© Simone Demandt

Amin El Dib | Under Skies of Blue and Grey

… Waldsaum, saumselig. Hein, Lichtung, Waldschlag. Wegrand, Forst, wogende Halme, Lichtflecke - man müsste sehr viele, halb vergessene Wörter ausgraben, um die nüchtern erwägende und doch hingebungsvolle Stimmung einzufangen. Derweil ist die Natur allerdings längst zur Kulturlandschaft geworden. Neben der Raumaufteilung, den Farbkompartimenten und den durch den Wind geschaffenen Zusammenballungen von herabgefallenen Blättern oder Schneeresten, sind es die Eingriffe des Menschen, die man bei genauem Hinsehen verfolgen kann. Immer ragen Störfaktoren in die romantische Erwartungshaltung hinein, die zunächst irritieren, nach denen aber bald gesucht wird: ein Zaun, ein Ast, ein liegen gebliebener Stoff. Und immer wieder sehen wir auch auf das Ende, den Tod, gesplitterte Bäume, abgebrochene Äste, Baumstümpfe oder sorgfältig aufgeschichtete Holzscheite. Der Himmel ist selten zu sehen.

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© Amin El Dib

Peter Loewy

Ich bin 1951 in Israel geboren und lebe seit 1957 in Frankfurt am Main. Seit meiner frühen Jugend photographiere ich. Gedanken darüber mache ich mir seit ich ungefähr 14 bin. Mein Großvater tauschte seine Contax gegen meine Instamatic ein, der Bedienbarkeit wegen. Es war für beide ein guter Tausch. Mit Anfang 40 kam ich auf die Idee, in den Wohnungen jüdischer Familien nach Zeichen der Identifikation zu suchen, genauer gesagt nach Mischungen unterschiedlicher Identifikationen. Vorher schon merkte ich, daß es mich immer wieder zu Serien hinzog. Dieses Mal aber wollte ich es wissen, ob auch andere sich dafür interessieren. So entstand die Serie „Jüdisches“. Es kam gleich zu einer Ausstellung im Frankfurter Kunstverein und zur ersten von fünf Publikationen im Verlag Kehayoff, den es leider nicht mehr gibt.

Nicht nur Spuren von Menschen beschäftigten mich, wie z. B. auch Künstlerateliers, sondern auch die Auseinandersetzung mit dem Medium der Photographie. So entstand später, als die digitale Photographie aufkam, mein "LA Panorama Project“, in dem ich Personen in Los Angeles porträtierte und mit deren Lieblingsansichten der Stadt kombinierte. Später ließ ich mich ironisch auf den Streit zwischen Kunst und Photographie im 19. Jahrhundert ein, welche Form denn realistischer wäre, und photographierte Porträtzeichnungen leicht unscharf, so daß sie wie Photos wirken. Nebenbei bemerkte ich, daß ich mit meinem Smartphone ständig arbeite. So entstand mein letztes Buch.

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© Peter Loewy

DFA press materials:

Livestream Archive | Summer 2017

Livestream Archive | Summer 2017

Seit einigen Jahren werden die Präsentationen live gestreamt, sofern die Vortragenden zustimmen. Aus diesem Material baut die Akademie langfristig ein Video-Archiv. Hier finden sie die folgenden Livestreams: Ferit Kuyas | vfg Nachwuchsförderpreis Daniela Baumann | The Walther Collection Celina Lunsford | Sommerakademie FFF Wolfgang Zurborn | Lichtblick School Köln Torsten Schumann | More Cars, Clothes and Cabbages Ruth Stoltenberg | Objekt1 und Schengen (Teil I / Teil II) Dieter Seitz | Urban Nomads - The Kazakhstan Project Alex Heide | Fotografie als performatives Annähern Marc Junghans | Omnia Mea Mecum Porto Peter Loewy

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